Bachorchester
des Gewandhauses
zu Leipzig

 



Die musikalische Heimat des 1962 gegründeten Bachorchesters ist Leipzig. Jene Stadt also, in der Johann Sebastian Bach von 1723 bis zu seinem Tod im Jahre 1750 als "Director musices und Cantor zu St. Thomas" die musikalischen Initialen bis auf den heutigen Tag in nachhaltiger Weise prägte.

Begründer des Bachorchesters, das sich ausnahmslos aus Mitgliedern des berühmten Gewandhausorchesters zusammensetzt, ist Prof. Gerhard Bosse, der langjährige 1. Konzertmeister des Gewandhausorchesters. Unter seiner inspirierenden Leitung gelangte das Ensemble zu weltweiter Anerkennung. Konzerte in über 40 Ländern belegen die künstlerische Kontinuität des Klangkörpers in eindrucksvoller Weise. 1987 legte Bosse die künstlerische Leitung des Bachorchesters altershalber in die Hände seines jüngeren Gewandhaus-Konzertmeisterkollegen Prof. Christian Funke.

Das Repertoire des Bachorchesters ist schwerpunktmäßig von Werken des Barock, der Frühklassik und Klassik bestimmt. Von der internationalen Kritik immer wieder hervorgehoben wird das vitale Temperament und die musikalisch-gestalterische Fantasie des Ensembles. Der Elan wie die spürbare Freude aller Mitwirkenden am schöpferischen Prozeß der Interpretation ist ebenso begeisternd wie überzeugend.

Unter dieser Voraussetzung scheint die Frage nach dem tieferen Sinn ihres Musizierens beantwortet. Nicht, weil es die Hörer als schön befinden, sondern weil es ihnen das Walten höherer Ideale im Schaffen der Komponisten eröffnet. Damit wirkt das Bachorchester ganz im Geiste seines Namenspatrons, der - was Geist und Sinn der Musik betrifft - seinen Scholaren stets mit auf den Weg gab: "Und soll wie aller Music, also auch des General-Basses Finis und Uhrsache anders nicht, als nur zu Gottes Ehre und Recreation des Gemüths seyn."